Klare Ziele für bessere Schokolade

Wir wissen, dass Chocolats Halbas langfristiger Erfolg davon abhängt, dass wir unsere Prozesse und die Beschaffung der Rohstoffe wirtschaftlich, sozialverträglich und ökologisch gestalten. Daher verfolgt das Unternehmen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie – von den Kakaobauern bis zu den Konsumenten.

Chocolats Halba ist die Nachhaltigkeitspionierin in der Schweizer Schokoladenbranche: 2008 setzte sie mit der Lancierung eines Leuchtturmprojektes in Honduras den ersten Meilenstein in der Entwicklung ihres umfang­reichen Nachhaltigkeitsengagements. Ziel des Projektes war und ist, die jahrtausendealte Kakaotradition wieder zu beleben, die der Hurrikan «Mitch» 1998 innerhalb weniger Tage zerstörte.

«In den letzten Jahren haben wir es geschafft, Honduras als Quelle von nachhaltigem Edelkakao im Markt zu etablieren und mit fairen Preisen zu einem besseren Lebensstandard der Bauern beizutragen. Nun geht es darum, die Bauern dabei zu unterstützen, die Produktivität ihrer Farmen weiter zu steigern.»

Luis Velex, Leiter Chocolats Halba Honduras

Innerhalb von vier Jahren nach der Lancierung des ersten Nachhaltigkeitsprojektes in Honduras gelang es dem Unternehmen, weitere Meilensteine in seinem Nachhaltigkeitsengagement zu setzen – etwa die nahezu voll­ständige Beschaffung von Kakaobohnen aus fairem Handel, die Reduktion der bei der Schokoladenproduktion anfallenden Treibhausgase um rund einen Viertel und das Kompensieren der verbleibenden Emissionen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette.

Umfassende Nachhaltigkeitsstrategie

2012 erarbeitete Chocolats Halba die erste umfangreiche Nachhaltigkeitsstrategie. Unser Anspruch war, die Nachhaltigkeitsleistungen weiter zu stärken und systematischer ins Kerngeschäft zu integrieren. Dies gelang über die Formulierung von konkreten Zielen und allgemeinen Nachhaltigkeitsleitsätzen. In ausführlichen Interviews und Befragungen kamen erstmals auch externe Stakeholder zu Wort. Dazu zählen Kunden, Lieferanten, Behörden und NGOs. Eine besondere Rolle spielte Coop. Als unser Mutterunternehmen ist sie zugleich unsere grösste Kundin und Förderin von Nachhaltigkeitsprojekten.

Das Resultat des breit angelegten Prozesses war die Nachhaltigkeitsstrategie 2013–2015, die auf den vier Säulen «Nachhaltige Beschaffung», «Betrieblicher Umweltschutz», «Mitarbeitende» sowie «Nachhaltige Marktleistung» entlang der Wertschöpfungskette basiert (siehe Abbildung). Zu jeder Säule definierten wir Stossrichtungen, welche auf Hauptmassnahmen, strategische Ziele und Indikatoren (KPI) heruntergebrochen wurden. Gleichzeitig implementierten wir ein Nachhaltigkeitsmanagement, das klare Verantwortlichkeiten definiert und vorsieht, die Fortschritte systematisch zu überwachen. Die Strategie sieht auch vor, dass jedes Managementmitglied jeweils ein nachhaltigkeitsrelevantes Jahresziel erhält.

Geschäftspartner in der Pflicht

Unsere Nachhaltigkeitsanstrengungen beziehen auch Geschäftspartner von Chocolats Halba mit ein. So sind sämtliche Lieferanten an unsere Richtlinie «Sozial-ethische und ökologische Beschaffung» gebunden.

Im Coop Code of Conduct heisst es beispielsweise: «Wir behandeln unsere Lieferanten als Geschäftspartner und verhalten uns ihnen gegenüber loyal und partnerschaftlich. Dabei zielen wir auf eine intensive, vertrauens- und respektvolle Zusammenarbeit ab. Wir streben leistungs- und wertschöpfungsorientierte, langfristige Partner­schaften mit nachhaltigen Entwicklungsperspektiven für Coop und die Geschäftspartner an.»

Chocolats Halba ist eine zuverlässige Partnerin, stellt im Gegenzug aber auch Ansprüche. Die Beschaffungs­richtlinie macht klar, dass wir von unseren Geschäftspartnern und deren Subunternehmern erwarten, «dass sie in ihren Produktions- und Betriebsstätten die im Produktionsland geltende Umwelt- und Sozialgesetzgebung einhalten».

Je nach vorhandenem Risiko verlangen wir von den Geschäftspartnern einen Nachweis, dass sie die Umsetzung bei ihren Subunternehmern kontrollieren. Die Beschaffungsrichtlinie hält auch fest, dass Geschäftspartner, welche die Umweltbelastung ihrer Produkte über das gesetzliche Mindestmass hinaus reduzieren, bei vergleichbarer Leistung bevorzugt werden.

Verbindliche Vorgaben bis 2020

Die 2012 erarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie gilt grundsätzlich bis heute. Ende 2016 aktualisierte Chocolats Halba in der Divisionsleitung die Ziele und Massnahmen, welche nun bis 2020 festgelegt sind. Ausserdem justierten wir aufgrund der inzwischen erlangten Erfahrungen die Schwerpunkte unseres Engagements und überarbeiteten die Wesentlichkeitsmatrix. Dabei kamen im Rahmen einer Befragung durch die Hochschule Luzern erneut interne und externe Stakeholder zu Wort. Ein Ergebnis dieses Prozesses ist, dass sich Chocolats Halba heute noch stärker in der Frauen- und Jugendförderung einsetzt.

Einen grossen Einfluss auf die Definition unserer Nachhaltigkeitsstrategie hatten nicht nur Stakeholder und die übergeordneten Mehrjahresziele zur Nachhaltigkeit der Coop-Gruppe, sondern auch international entwickelte Initiativen wie die Global Reporting Initiative, die Sustainable Development Goals (SDG) der UNO sowie die Leitlinien der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Wenn möglich berücksichtigt Chocolats Halba diese breit abgestützten Standards in ihren eigenen Grundsätzen und in der Berichterstattung.

Im Umgang mit der Umwelt lassen wir uns insbesondere vom Vorsorgeprinzip leiten, nicht zuletzt auch deshalb, weil wir bei der Beschaffung der landwirtschaftlichen Rohstoffe in besonderem Masse auf intakte Ökosysteme angewiesen sind.