Mehrwert für Klima und Vielfalt

Unsere wichtigsten Rohstoffe sind landwirtschaftliche Erzeugnisse und hängen damit unmit­telbar von einer intakten Umwelt ab. So bedeutet der Klimawandel für den Kakaoanbau eine immense Herausforderung. Die zunehmende Abholzung der Wälder und die Verbreitung der Monokulturen verschärfen die Lage zusätzlich. Chocolats Halba setzt sich nicht bloss bei der Produktion dafür ein, weniger Treibhausgase auszustossen, sondern engagiert sich auch in den Ursprungsländern für wirksame Klimaschutzanstrengungen.

Grosse Herausforderung

Ob die globale Erwärmung auch einen Einfluss auf Häufigkeit oder Intensität von grossräumigen Wetterphäno­menen wie El Niño hat, ist unter Wissenschaftlern umstritten. Fest steht jedoch, dass der Klimawandel bereits zu spüren ist. Zum Beispiel häufen sich Dürren und Überschwemmungen – und beide Wetterextreme haben einen enormen Einfluss auf landwirtschaftliche Ernten. So haben sich in Mittelamerika die Kakao-Erntezeiten ver­schoben. Während beispielsweise das Jahr 2015 von Trockenheit geprägt war, fielen Anfang 2016 und 2017 während Wochen heftige Niederschläge.

Dem Klimawandel zu begegnen, ist eine grosse Herausforderung. Zumal der Kakaobaum eine anspruchsvolle Pflanze ist und eine ganze Reihe von Anforderungen stellt, damit die Ernte gut ausfällt. Der Boden muss feucht, reich an Humus und tiefgründig sein. Die Temperaturen sollten im Jahresmittel etwa 25 Grad Celsius betragen und nachts nicht unter 20 Grad fallen. Szenarien für die Auswirkungen des Klimawandels in Ghana zeigen, dass einige Regionen, die heute stark vom Kakaoanbau geprägt sind, bis 2050 aufgrund zunehmender Trockenheit dafür nicht mehr oder weniger geeignet sein werden.

Ein Mitarbeiter der Kooperative ACOPAGRO in Peru bereitet Setzlinge für das Aufforstungsprojekt vor.

Ganzheitlicher Ansatz

Auch die fortschreitende Abholzung der Tropenwälder sowie der Trend zu Monokulturen setzen den Kakaoanbau unter Druck. Dadurch verändern sich in den Anbaugebieten Mikroklima und Wasserhaushalt sowie die bio­logi­sche Vielfalt, welche die Ökosysteme stabilisiert. Monokulturen sind eine Folge der ungenügenden Lebensbeding­ungen der Bauern: Sie glauben, damit Ernte und Einkommen verbessern zu können. Tatsächlich zerstören Mono­kulturen mittel- und langfristig die Bodenfruchtbarkeit und erhöhen die Krankheitsanfälligkeit der empfindlichen Kakaobäume. Der notwendige Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln kommt die Landwirte teuer zu stehen.

Chocolats Halba verfolgt einen neuen und ganzheitlichen Ansatz, um die Umweltprobleme anzugehen: die sogenannte Agroforstwirtschaft – eine Kombination von Land- und Waldwirtschaft. Als weltweit erstes Unternehmen lancierte Halba in den Kakao-Ursprungsländern Honduras, Ecuador, Peru und Ghana solche Projekte. Dabei arbeiten wir mit den Kleinbauern vor Ort zusammen und schulen sie darin, ihre Pflanzungen als Mischanbau von Kakao- und anderen Fruchtbäumen sowie einheimischen Edelhölzern zu betreiben.

Grosses Potenzial

Die Vorteile der Agroforstwirtschaft sind eindrücklich: Die Durchmischung führt zu einer verbesserten Biodiver­sität und Bodenfruchtbarkeit. Dies macht die Kakaobäume robuster gegenüber Klimaschwan­kungen und Krankheiten. Das Risiko für Ernteeinbussen nimmt ab, gleich­­zeitig vervielfältigen sich die Einkommensmöglich­keiten: Durch die langfristig grösseren Kakaoernten und den zusätzlichen Verkauf von Edelhölzern und Früchten können die Bauern ihr Einkommen signifikant erhöhen.

Seit 2011 hat Halba in ihren Agroforstprojekten über 300’000 Edelhölzer angepflanzt, die meisten in Honduras. Neue und teilweise bereits ge­startete Projekte erweisen sich als sehr vielversprechend. Wir sind deshalb überzeugt, dass wir unser Ziel von 500’000 Bäumen mittelfristig erreichen und damit einen substanziellen Beitrag zur langfristigen Stabilisierung des Klimas leisten können.

Hier wächst Kakao im Schatten von Bananenbäumen und Edelhölzern.