Einkauf mit einem Plus für alle

Aufgrund der überragenden ökonomischen Bedeutung, aber auch wegen der ökologischen und sozialen Risiken richtet Chocolats Halba das Augenmerk bei der Beschaffung haupt­sächlich auf den Kakao. Der beste Weg zur langfristigen Sicherung von hochwertigen Qualitäten ist der direkte und verantwortungsvolle Einkauf. Chocolats Halba beschafft daher fast ausschliesslich Fairtrade-zertifizierte Kakaobutter und -bohnen von Kooperativen.

Die Wiege des Kakaobaums (Theobroma cacao) liegt in den Urwäldern Mittel- und Südamerikas. Heute pro­duzieren schätzungsweise 5 Millionen Kleinbauern in Westafrika, Asien und Lateinamerika 95 Prozent des weltweit genossenen Kakaos. Trotz wachsender Nachfrage mangelt es den Bauernfamilien nach wie vor an einem stabilen Einkommen, mit dem sie ihre wichtigsten Bedürfnisse decken können. Denn ihre Anbau­flächen sind klein und die Ernten bescheiden. Zudem sind sie den stark schwankenden Marktpreisen ausgesetzt.

 

Feliciano Zacarías Rodríguez Sánchez und Polonia Sarmiento Montalbán aus Peru sind Mitglieder von ACOPAGRO, einer der Fairtrade-Kooperativen, die Kakaobohnen an Chocolats Halba liefern.

Kakaoprodukte machen rund 40 Prozent des Gesamtgewichts der Rohstoffe aus, die Chocolats Halba bezieht. Aufgrund dieser Bedeutung, aber auch wegen der ökologischen und sozialen Risiken beim Anbau und Handel richten wir das Augenmerk bei der Beschaffung hauptsächlich auf den Kakao. Wir kaufen ihn grösstenteils als Bohnen ein und verarbeiten diese im eigenen Werk zu Kakaomasse, welche die Grundlage unserer vielfältigen Schokoladenspezialitäten bildet.

Fairer Handel

Im Jahr 2016 kaufte Chocolats Halba von ihren Partnerkooperativen insgesamt 2197 Tonnen Kakaobohnen ein. Fast zwei Drittel stammen aus Ghana, der Rest aus Ecuador, Peru und Honduras. Neben den Kakaobohnen beschaffte Halba 2016 insgesamt 114 Tonnen Fairtrade- sowie 43 Tonnen Bio- und Fairtrade- zertifizierte Kakaomasse aus anderen Ursprungsländern. Damit ergänzen wir unser Angebot an Ursprungs­schokoladen.

Eingekaufte Kakaobutter 2016, als nachhaltig zertifiziert

98%

Neben den Kakaobohnen stellt Kakaobutter den zweitwichtigsten Roh­stoff zur Schokoladenherstellung dar. 2016 kaufte Chocolats Halba insgesamt 2487 Tonnen davon ein. 98 Prozent dieser Menge waren als nachhaltig zertifiziert – 77 Prozent Fairtrade (19 Prozent davon zusätzlich Bio) und 21 Prozent UTZ. Nur 2 Prozent der Kakaobutter war nicht zertifiziert; sie wurde noch 2015 bestellt, aber erst 2016 angeliefert. Seit Anfang 2016 beschafft Halba ausschliesslich zertifizierte Kakaobutter.

Seit 2010 steigerte Chocolats Halba den Einkauf von Fairtrade-Bohnen und -Butter massiv. Unser erklärtes Ziel, eine vollständig zertifizierte Kakao-Beschaffungskette, ist in greifbare Nähe gerückt. Allerdings ist der Anteil der Fairtrade-zertifizierten Kakaobohnen im Berichtsjahr wieder leicht auf 94 Prozent zurückgegangen. Der Grund dafür ist, dass manche Kooperativen in Honduras sehr geringe Mengen produzieren, weshalb sie auf die aufwendige und kostspielige Zertifi­zierung verzichteten. Halba entrichtet jedoch auch für nicht zertifizierte Kakaobohnen Fairtrade-Mindestpreise und Prämien.

Direkte Beziehungen

Die Nachfrage nach Kakao steigt weltweit. Gleichzeitig bedrohen jedoch Klimawandel und nicht nachhaltige Anbaumethoden das Angebot an hochwertigem Kakao. Hinzu kommt, dass der arbeitsintensive Kakaoanbau für jüngere Generationen wenig attraktiv erscheint. Vor diesem Hintergrund konzentriert Chocolats Halba ihre Geschäfts- und Nachhaltigkeitsstrategie auf die Beschaffungssicherheit ihres wichtigsten Rohstoffs.

Der wirksamste Hebel zur langfristigen Sicherung von hochwertigem Kakao ist der direkte Einkauf. Chocolats Halba hält ihre Lieferkette daher so kurz wie möglich und beschafft einen bedeutenden Teil der Kakaobohnen direkt bei den Kooperativen. In Ghana lassen politische Rahmenbedingungen direkte Einkäufe bei einzelnen Kooperativen nicht zu. Trotzdem arbeiten wir dort mit unserer Partnerkooperative Kuapa Kokoo eng zusammen.

Die Halba-Mitarbeiter Petra Heid, Leiterin Nachhaltigkeit und Kommunikation, und Daniel Böni, Leiter Beschaffung, im Gespräch mit einem Bauern der Kooperative Kuapa Kokoo in Ghana.

«Mit Chocolats Halba verbindet uns eine langjährige Partner­schaft, die auf Loyalität und gemeinsame strategische Ziele baut. Ihr partnerschaftliches Engagement für eine nach­haltige Entwicklung im Kakaosektor geht weit über den Erwerb von Fairtrade-Kakao hinaus. Mit dem neuen Pilotprojekt im Bereich ‹dynamische Agroforstwirtschaft› setzen wir zusammen ein klares Zeichen für die Zukunft unseres Kakaos.»

Fatima Ali, Präsidentin Kuapa Kokoo

Washington León Haro und Marlon Mora, Mitarbeiter der Kooperative UNOCACE in Ecuador, sortieren die Kakaobohnen und füllen sie für die Verschiffung in Säcke ab. Zuvor wurden die Kakaobohnen bereits fermentiert, getrocknet und einer Qualitätsprüfung unterzogen.

Sorte, Boden und Klima, Anbaumethode und Verarbeitung sind bei Kakaobohnen entscheidend für Aroma und Qualität. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Partnerkooperativen verfügt Chocolats Halba über einen detaillierten Einblick in die Anbau- und Verarbeitungsweisen vor Ort. Durch gezielte Schulungen der Bäuerinnen und Bauern oder Investitionen in die Nachernte-Infrastruktur kann Chocolats Halba die Qualität der eingekauften Kakaobohnen sicherstellen.

Unsere Beschaffungs- und Nachhaltigkeits-Fachleute stehen laufend im Kontakt mit den Kooperativen und besuchen sie regelmässig. Wenn in Anbaugebieten Probleme auftreten, hilft Halba mit, Ursachen und Lösungen zu finden. Auch die Agroforstprojekte, die Chocolats Halba gemeinsam mit den Kooperativen in Honduras, Ecuador und Ghana initiierte, tragen dazu bei, Produktivität und Qualität der Kakaopflanzungen langfristig zu sichern.

Bauern der Kooperative Kuapa Kokoo in Ghana breiten ihren frisch fermentierten Kakao zum Trocknen aus.

Edelsorten Fördern

Für die Herstellung hochwertiger dunkler Schokoladen setzt Chocolats Halba auf ursprüngliche lateinameri­kanische Edelkakaosorten. Diese werden jedoch zunehmend von robusteren Sorten verdrängt, deren Geschmack aber nicht an die Aromavielfalt der Edelkakaosorten heranreicht.

Aus diesem Grund fördert Chocolats Halba in ihrem Agroforstprojekt FINCA in Ecuador den Anbau der ursprünglichen Edelkakaosorte «Cacao Nacional Arriba». Dieser Mischanbau wirkt sich auch günstig auf die Beschaffungssicherheit hochqualitativen Edelkakaos aus.